das fragment des monats
ausgabe (005)/05/2021/ mai/2021
Die (neue) kausalität.
Der moderne zeitgenosse ist wissenschaftsgläubig - das, was der experte gesagt hatte, das ist ihm das gesetz. Als maxime kann dieses wissen vernünftig sein, nämlich dann, wenn der konsens gilt, dass die kausalität, die als prinzip jeder wissenschaft zugrunde liegt, von allen, die es betrifft, anerkannt ist. In den zeiten des virus: Sars-COV-2, ist die gewissheit, dass die ordnung der weltdinge kausal bestimmt sein soll, verbürgt von den wissenschaften, brüchig geworden. Der gläubige, auf die wissenschaft setzend, kann sich seiner gründe nicht mehr sicher sein.

Das problem des ins wanken geratenen glaubens an die kausalität im kosmos, ein phänomen, das in der corona-krise manifest geworden ist, fasse Ich zusammen in dieser frage: muss, um das infektionsgeschehen im griff halten zu können, der getestete bürger, sich weiterhin die hände waschen, den abstand halten und, vor allem, überall die maske tragen? Auf jede frage, logisch stringent formuliert, ist eine bündige antwort möglich, vorausgesetzt es ist konsens, dass die kausalität gilt, die in den wissenschaften anerkannt ist. Im horizont der komplexität der situationen, den möglichen orten einer infektion mit dem virus: Sars-COV-2/variante: B.1.1.7, sind die einfachen antworten nicht verstattet, weil jede mögliche antwort, die in der einen fallkonstellation richtig ist, in der anderen fallkonstellation falsch sein kann.

Das prinzip: kausalität, konsens in der gemeinschaft der wissenden, schliesst eine abweichung vom gesetz aus: "wenn a, dann b". Auf eine festgestellte ursache muss eine feststellbare wirkung folgen. Wenn die meinung der experten als praktikable form des konsenses unstrittig gilt, dass der virus: Sars-COV-2/variante: B.1.1.7, hoch infektiös ist und der virus sich über die tröpfcheninfektion in der atemluft verbreitet, dann gilt auch der satz, dass eine person, die kein träger des virus: Sars-COV-2/variante: B.1.1.7, ist, eine andere person, frei vom virus, nicht anstecken(=infizieren) kann. Es gilt auch, dass mit dem anerkannten test feststellbar ist, ob die getestete person träger des virus ist oder nicht. Unter berücksichtigung eines faktischen risikos(a) gilt, dass mit dem ergebnis des tests festgestellt ist, ob die getestete person träger des getesteten virus ist oder nicht.

Diese kausalität ist, so scheint es, von den damen/herren: politiker,  in der bekämpfung der pandemie ausser geltung gesetzt. Mit dem holzhammer werden neue "lockdowns" im minutentakt verkündet, ohne zu erklären, geschweige zu prüfen, ob diese maassnahmen, mit denen das infektionsgeschehen unter kontrolle gehalten werden soll, in der kakophonie der beschlüsse kausal auch wirksam sind. Die akteure tappen im nebel des unwissens(b) herum und haben das wissen aus dem blick verloren, was das faktische infektionsgeschehen ist, abgebildet in spezifischen situationen. Die präzisen maassnahmen, nachweisbar kausal wirkend, sind in der bestimmten situation erforderlich. Im fokus stehen sollten die geschlossenen räumen, stark und dauernd frequentiert, voran die privatwohnung. Einerseits ist der erkannte virusträger strikt zu isolieren(quarantäne), andererseits sollten die bürger, statistisch beurteilt mehr als 99%(c), jeder einschränkung ledig sein.

Aufklärung über die kausalität in der infektion ist das gebot der stunde, der gebrauch des eigenen verstandes ist gefordert, verbote sind kontraproduktiv, deren kausale wirkung nicht erwiesen sind, die (gefürchteten) infektionen zu unterbinden.
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(a)
der wirkungsgrad der tests, implizit ihre validität, werden different beurteilt. Diese überlegungen sollen, ohne das problem zu ignorieren, hier beiseite gestellt sein.
(b)     "uns fehlen daten", sagte der virologe Hendrik Streeck in einem interview (Westfälische Nachrichten, 04.02.2021).
(c)     der stand der zahlen am 10.04.2021(01):
==> 81.000.000 bürger in der BRD(gerundet)(02),
==> amtlich registrierte infektionen(kumuliert): 2.998.268 = 3,597%,
==> genesen: 2.671.200 = 3,205%,
==> aktiv infiziert: 248.715 = 0,298%,
==> nicht infiziert(errechnet): 99,702%(03),
==> tote: 78.353 = 0,094%.
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(01)    quelle: Frankfurter Rundschau, 12.04.2021,p.7.
(02)    referenzzahl; die %-zahlen bis zur 3.stelle nach dem komma.
(03)
für das reale infektionsgeschehen können nur die mit dem virus faktisch infizierten personen in das kalkül einbezogen werden. Das problem der dunkelziffer, über das gemunkelt wird, ist ausgespart. Wie dem auch sei, die tatsächliche zahl der "virenträger" dürfte im unteren einstelligen bereich liegen.
finis
eingestellt: 21.05.01.

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