Das fragment des monats
ausgabe (061)/61//2026/ fdm/26.061/ januar/2026


Schwarz - weiss.
Das bi-polare denken und die methode des trialektischen modus.

    Es sind konventionen, wenn in dichotomien, partes pro toto, von schwarz/weiss oder hell/dunkel geredet wird(a). Das, was für sich eindeutig sein kann, das ist in bezug auf das je andere zweideutig und diffus(b). Eine dichotomie ist einerseits ein widerspruch, der nicht_vereinbares miteinander verknüpft, andererseits markiert die dichotomie die endpunkte einer gedachten linie, so die unterscheidung: anfang/ende, die zwischen den endpunkten: ende und anfang, einen weiten raum öffnet, in dem jede zwischenstufe denkbar ist. Mit den dichotomischen formeln fixiert das individuum als ich, sein genosse eingeschlossen, die bi-polare struktur seines denkens, das das entweder/oder einerseits zuzulassen scheint(=logik) und das andererseits das sowohl als auch(=ontik) einschliessend ausschliesst.

    Vertraut ist die gegenüberstellung: schwarz/weiss, ein reden, dessen fundament die metaphysik von sein und nichtsein(=sein/nichts) ist. Auf der argumentebene der begriffe, das individuum als ich fixiert auf das sein als das ganze, ist im ontologischen argument die notwendige entgegensetzung ein widerspruch, einerseits das nichts, die daseienden weltdinge(=die teile) andererseits. Dieser widerspruch kann nicht aufgelöst werden(c). Das ist auf der argumentebene der phänomene anders, weil in raum und zeit zwei dinge der welt benannt sind, die, bezeichnet mit den termini: sein und nichts, den raum und die zeit öffnen und die, die dasseienden weltdinge als die teile im ganzen verortend, als dasseiende weltdinge für sich dem individuum als ich und seinem genossen real zur hand sind. Mit diesen vorstellungen vom nichts und vom sein sind grenzlinien markiert, zwischen denen das individuum als ich und sein genosse die vorstellungen entfalten können, die, im relationalen argument mit dem terminus: welt, bezeichnet, einerseits im forum internum imaginiert werden und andererseits auf dem forum publicum als reale dinge der welt gegenwärtig sind, weil die logik des bi-polaren denkens, fixiert in zwei momenten, immer ein "dazwischen" ausweist, das implizit das dritte moment ist, pars pro toto, die gegenüberstellung: geburt/tod, mit dem leben dazwischen(d).

    In diesem sinn weist das bi-polare denken drei elemente aus. In seiner abstrakten form wiederholt und ausgemalt in einem realen bild, enthält das bi-polare argument drei punkte: "a, b und c", punkte, die, auf einer linie angeordnet, nicht identisch fallen können.
bild: 101
          .
in der variante diese form:
bild 102

         .
 
    Das modell der linie mit den drei punkten: "a, b und c", respektive:     "(-1)---(0)---(+1)" die struktur des bi-polaren denkens markierend, scheint dem schema des trialektischen modus gleich zu sein(e), prima vista, secunda vista aber kann eine gleichsetzung nicht der fall sein, weil die begründung des modells: linie(=bi-polares denken), eine andere ist als die begründung des modells: trialektische modus, eine differenz, die einerseits die gleichsetzung der beiden modelle ausschliesst, andererseits aber den blick öffnet auf ein problem, das im bi-polaren denken ohne unerlaubte zusätze nicht auflösbar ist und dessen auflösung mit dem schema des trialektischen modus dargestellt werden kann, ohne eine bestimmte auflösung als abschliessend verbindlich vorzugeben.

    Das modell des bi-polaren denkens zwischen den extrempunkten: a und c oszilliert um einen imaginären punkt: 0, der mit der gefundenen lösung: b, transitorisch den punkt: 0, quert, ohne in ihm zum schliessenden stillstand zu kommen(f). Der punk: b, die vermittlung zwischen den punkten: a und c(=-1/+1), repräsentierend, ist im gesamten zwischenraum von a bis c verortbar, immer um den imaginären punkt: 0, kreisend. Insofern ist der punkt: b, in seinem erscheinen relativ, einerseits im blick auf die punkte: a und c, andererseits im blick auf den imaginären punkt: 0,(g)
bild: 105

     .
    Das modell: trialektische modus, verknüpft drei momente: "a, b und c", in drei relationen, die nicht identisch fallen können. Jede der drei relationen ist im je ausgeschlossenen dritten moment als diese relation bestimmt und als keine andere.
graphik: 001,(h) 

          .
 
    In der funktion der vermittlung ist jedes der drei momente: "a, b und c", das je bestimmende dritte moment, mit dem festgelegt ist, was der sinn der gegenüberliegenden relation sein soll, ohne selbst ein moment der bestimmten relation zu sein. Das wird deutlich, wenn im moment: a, das individuum als ich in der funktion des vermittlers eingesetzt ist und in den momenten: b und c, das gegensatzpaar: weiss und schwarz eingesetzt wird. Das individuum als ich, autonom bestimmt, setzt im moment seiner gelebten gegenwart

entweder
    die relation: individuum_als_ich<==|==>schwarz,(i)
oder
    die relation: individuum_als_ich<==|==>weiss.

    Mit diesen setzungen in raum und zeit ist die dritte relation: weiss<==|==>schwarz, gesetzt, mit dem individuum als ich in der funktion der vermittlung:
graphik: 002.

          ,(j).

    Das, was das weisse ist(=ontik), das weiss das individuum als ich im horizont des ausgeschlossenen dritten moments: schwarz, nicht anders das schwarze(=ontik) im horizont des ausgeschlossenen dritten moments: weiss, und was in ihrer bestimmung die umstrittene relation: schwarz<==|==>weiss, ist, das ist bestimmt im ausgeschlossenen dritten moment: das individuum als ich, das in seiner erfahrung das gesamte spektrum des lichts umfasst, in dem es mal diesen und mal jenen ort im spektrum des lichts einnehmen kann, der im bi-polaren denken mal mehr zur einen oder mal mehr zur anderen seite wandert, ohne die extrempunkte: weiss(=licht) und schwarz(=nicht_licht),(k) erreichen zu können.

    Im trialektischen modus ist das individuum als ich, das subjekt der bestimmungen seiend, als moment im schema festgestellt. Die benennung des subjekts ist in der struktur des bi-polaren denkens nicht der fall, aber, wenn jeder fall, fall für fall, diskutiert wird, dann ist ad libitum ein subjekt eingesetzt, das notwendig jeden fall des bi-polaren denkens als subjektiv in seiner auflösung erscheinen lässt, diese subjektivität des denkens verschleiernd. Das denken in gegensätzen muss im rationalen diskurs das subjekt benennen, das in der bi-polarität des denkens sein argument erkennbar macht. Diese transparenz wird mit der methode: der trialektische modus, geschaffen.
--------
(a)
die liste der dichotomischen formeln ist lang. Es genügt, wenn ein bezug plausibel denkbar ist, zwei dinge der welt miteinander zu verbinden, weltdinge, die zueinander sowohl eine verknüpfung als auch eine trennung markieren. In der abarbeitung der liste beschränke Ich mich auf die benannten formeln.      (a) <==//
(b)
die formeln: weiss/schwarz und hell/dunkel, weisen sich in ihrer form, so scheint es, als relationsbegriffe aus(01). Das ist falsch; denn die begriffe: "weiss und schwarz, oder hell und dunkel", haben als klassenbegriffe je eigene differencia specifica, die, eingebunden in die bi-polare struktur des dichotomischen denkens, jeden begriff als klassenbegriff ausweisen, die plausible möglichkeit eines relationsbegriffes ausschliessend.
-------
(01)   INDEX/register //==>stichworte: relationsbegriff, klassenbegriff.       (b) <==//
(c)
gesetzt, der widerspruch wäre logisch auflösbar, dann ist die auflösung als resultat des auflösenden denkakts kein widerspruch; denn über das, was das resultat der negation ist, kann nichts prädiziert werden, und wenn das individuum als ich mit seinem genossen dennoch etwas über das negierte aussagen wollen, dann ist dieses reden schlicht gegenstandslos - ad libitum.           (c) <==//
(d)
so impliziert der anfang und das ende(=ziel) den weg. Nicht alle geläufigen formeln weisen eindeutig auf das vermittelnde dritte moment hin, aber mit weiteren überlegungen kann diese lücke geschlossen werden. Pars pro toto: schwarz(=kein licht) und weiss(=licht), dazwischen das weite spektrum der spektralfarben, mit einem prismaglas sichtbar gemacht.       (d) <==//
(e)
die extrempunkte der linie: a und c, mit dem punkt: b, als vermittlung dazwischen, können als dreieck dargestellt werden,
als linie
bild: 101 (wiederholung)
         ,
als dreieck
bild: 103
             .
Das so entstandene dreieck kann, wenn die eckpunkte des dreiecks auf einer kreislinie angeordnet sind, mit dem schema des trialektischen modus gleichgesetzt werden, prima vista, secunda vista ist das falsch.
bild: 004 

         .       (e) <==//
(f)
der stillstand im punkt: 0, ist der tod des wanderers. Diese metaphysik ist hier nicht zu erörtern(01).
------
(01) //==>   INDEX/register //==> stichwort: stillstand_der_dialektik.        (f) <==// 
(g)
drei varianten der perspektiven sind möglich:
    ==> (a)---(b')---(0),
    ==> (0)---(b'')---(c),
    ==> (c)---(0)---(a).     (g) <==//
(h)
äquivalent(01) ist die fassung:
graphik: 001a

            .
----
(01) aufgrund der gleichrangigkeit der momente: "a, b und c, ist die reihung der momente nicht festgelegt.     (h) <==//
(i)
das relationszeichen: <==|==> , lies: relationiert abhängig.     (i) <==//
(j)
der gedanke erweitert. In den momenten: "a, b und c", können die dinge der welt: "anfang, weg und ende(=ziel)", eingesetzt werden:
graphik: 003
            .
-
In jedem moment: "anfang, weg und ende(=ziel)", kann das individuum als ich eingesetzt werden, jeweils die perspektive des individuums als ich auf die dinge der welt markierend. Drei schemata sind möglich, die nicht identisch fallen können:
graphiken: 003a,                                            graphik: 003b,

        ,           ,

graphik: 003c
          .
-
Wenn die drei graphiken: 003a-003c, übereinander gelegt werden, dann ist ein bild geschaffen, das das individuum als ich im fokus zeigt:
bild: 006
             .    (j) <==//
(k)
die unterscheidung: negation/verneinung(=ontik/logik), ist strikt zu beachten. Der unterstrich muss gelesen werden (lies: nicht licht mit unterstrich).       (k) <==//     
finis
 

eingestellt: 26.01.01.
zurück/übersicht       //    
zurück/textsammlung/überblick     //