Das fragment des monats
ausgabe: (067)/67//2026/ fdm/26.067/ juli/2026

Die teile und das ganze - das ganze und die teile.
Die differenz: das ontologische argument/das relationale argument.

    Das problem ist alt, real als schatten des philosophischen denkens der tradition. Seit Aristoteles ist die metaphysik das pendant der physik. Es ist die bestimmung des individuums als ich und seines genossen(a), dass sie, jeder für sich, denken müssen, was die dinge der welt sind, sich selbst als ein ding der welt einschliessend(b).

    Das denken aus dem ganzen ist real ein denken in den teilen, dieses denken in den teilen ist verortet im denken des ganzen. Der satz, logisch möglich, ist umkehrbar: das denken in den teilen ist real ein denken aus dem ganzen, dieses denken aus dem ganzen ist verortet im denken der teile. Die ontik als das pendant der logik, nicht anders die logik als das pendant der ontik, sind dann real, wenn das individuum als ich, das vermittelnde moment, seine vorstellung von dem imaginiert und denkt, was die teile sind, die in der summe das ganze sein sollen(c). Diese vorstellungen von den dingen der welt, die das individuum als ich, der genosse eingeschlossen, in seiner existenz denkt, sind teile des ganzen, dinge der welt, die in ihrer summe das ganze sein müssen. Es ist die welt, die das individuums als ich mit dem genossen teilt. Auf diese vorstellung von ihrer welt, die das ganze ist, haben das individuum als ich und sein genosse zwei perspektiven verfügbar, in denen sie die dinge der welt wahrnehmen und denken, denken und wahrnehmen(d). Das ist auf der einen seite die perspektive des ganzen, auf der anderen seite die perspektive der teile, fixiert einerseits im relationalen argument, andererseits im ontologischen argument. In seinem denken, real im moment der gelebten gegenwart, realisiert das individuum als ich, der genosse eingeschlossen, simultan(e) die beiden möglichen perspektiven auf die dinge der welt, entweder auf die welt als das ganze oder auf die welt in den teilen. Das ontologische argument ist die perspektive des ganzen, das relationale argument ist die perspektive der teile.

    In ihrer struktur sind das ontologische und das relationale argument geschlossene systeme, die als phänomene in raum und zeit gehändelt werden als offene systeme. Einerseits muss das individuum als ich, sein genosse eingeschlossenn, erkennen, dass das ontologische argument oder das relationale argument ihre funktion als begriff nur dann leisten können, wenn sie das relationale argument und das ontologische argument, jedes für sich, als ein geschlossenes system händeln, dem weder etwas entzogen, noch etwas hinzugefügt werden kann, andererseits wissen sie, dass als phänomen das ontologische argument und das relationale argument in raum und zeit offene systeme sind, die, explizit kenntlich gemacht, elemente des je anderen arguments enthalten können(f), eine beobachtung, die die klarheit der argumente trübt. Das ist kein mangel der argumente für sich, sondern eine konsequenz, die der genosse und das individuums als ich in ihrer erfahrung mit den dingen der welt in raum und zeit machen und erkennen, dass die logik des geschlossenen systems die absolut schliessende antwort als nicht_möglich ausschliesst.

    Für sich sind das ontologische argument und das relationale argument wahr, aber, es sind argumente, die im moment der gelebten gegenwart, wenn sie gedacht werden, mit der frage konfrontiert sind, ob das argument, gedacht im moment der gelebten gegenwart, auch richtig sei. Diese frage, jeder fall für sich, ist weder mit dem relationalen argument noch mit dem ontologischen argument entscheidbar, weil die antwort auf die frage ein argument voraussetzt, das nicht teil des arguments sein kann. Das individuum als ich und sein genosse, jeder für sich mit absoluter bindung gegen sich selbst, entscheiden sich autonom für das relationale argument oder das ontologische argument - tertium non datur, wissend, dass ihre entscheidung für das ontologische argument oder das relationale argument real nur im horizont des je anderen arguments sein kann, das entweder in der relation: individuum_als_ich/genosse<==|==>ontologische_argument, oder in der relation: individuum_als_ich/genosse<==|==>relationale_argument, als das dritte moment ausgeschlossen ist(g). Das individuum als ich, der genosse eingeschlossen, muss sich entscheiden, ob es oder er das ding der welt: n, in der perspektive des ontologischen arguments oder in der perspektive des relationalen arguments beurteilen will(h). Pragmatisch verwenden sie in ihrem kalkül beide perspektiven, im moment der gelebten gegenwart aber kann es nur die eine oder die andere perspektive sein. In raum und zeit, in den differenten momenten der gelebten gegenwart differente situationen schaffend, koexistieren die beiden perspektiven: die teile und das ganze. Das individuum als ich und sein genosse, jeder für sich ad personam, müssen sich entscheiden, autonom, welche perspektive sie als für sich leitend ansehen wollen. 

    Ich habe mich für das relationale argument entschieden.
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(a)
die these, dass das denken die bestimmung des individuums als ich sei, ist in gleicher weise problematisch, wie die these, dass das schicksal des individuums als ich das denken sein müsse. Diese thesen, präsent als fundamentalaussage, setzen als bedingung eine andere behauptung voraus, die als absolut gründender grund nicht erweisbar ist, als verkapptes postulat aber gehändelt werden kann, nämlich die aussage, dass nur der gattung: homo sapiens, die fähigkeit zukommen könne zu denken. Die frage, ob andere lebewesen, tiere und pflanzen, denken können, ist mangels eines kommunikationscode nicht entscheidbar. Konsens ist, dass pflanzen und tiere analoge nervensysteme ausweisen, deren feststellbare reaktionen als denken gedeutet werden können.   (a)<==//  

(b)
diese these ist der kern des begriffs: relationale argument, ein apodiktischer individualismus(01), den Ich mit dem urteil: Ich bin, markiere(02). Nur dann ist das wahrnehmen der weltdinge und das denken dieser weltdinge möglich, wenn das individuum als ich, gegründet in seiner autonomie, sich selbst als existent begreift. Das ist der punkt an der grenze seiner welt(03), die das individuum als ich nicht überschreiten kann. Seine individualität als das individuum, das das ich ist, ist der ausgangspunkt, vom aus das individuum als ich, der genosse eingeschlossen, alles erschliessen kann, was das individuum als ich und sein genosse als ihre welt fassen können.
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(01)
dieser individualismus ist strikt zu unterscheiden von dem, was mit dem terminus: egoismus, erfasst werden kann. Die moderne welt ist vollgestellt mit phänomenen, die das individuum als ich, der genosse eingeschlossen, auf den konsumenten verkürzt haben - ich konsumiere, also bin ich.
(02)   Richter,Ulrich: Fragment des monats. Ich bin - das genügt. sign.: (048) fdm/24.048/ 12/2024.
(03)
im relationalen argument immer markiert mit dem zeichen: welt||NATUR,(*1).
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(*1) lies: welt absolute grenzen natur in versalien.   (b)<==//  
(c)
der traditionale begriff: sein, pars pro toto, Heidegger's begriff: sein(=das SEYN), ist in der tradition des denkens vielschichtig definiert worden, begriffe, die als phänomene umstritten sind. Es ist plausibel, wenn der traditionale seinsbegriff als die summe der daseienden dinge interpretiert wird, analog dem begriff: system,(01). Das geschlossene system umfasst alle elemente, keines kann fehlen noch eins dazu kommen. Nicht anders ist die vorstellung des seins zu beurteilen, d'accord mit dem relationalen argument, dass das sein alles daseiende umfassen muss.
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(01)   //==> INDEX/register //==> stichworte: sein und system.   (c)<==//  
(d)
die differenz: wahrnehmen und denken, ist strikt zu beachten, auch dann, wenn in raum und zeit, das denken und das wahrnehmen und das wahrnehmen und das denken der weltdinge immer als gleichrangig erfahren werden und im prozess des erkennens als gleichrangig bestimmt sind. Ohne die wahrnehmung des weltdinges in raum und zeit, ist der begriff leer, ohne das denken sind die wahrgenommenen weltdinge als phänomene nicht unterscheidbar. Das fundament des wissens, von Kant gelegt(01), sollte nicht ignoriert werden.
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(01)
das sind die abschnitte: transzendentale ästhetik und transzendentale logik, in der Kritik der reinen Vernunft. In: Kant,Immanuel. Werke in zwölf Bänden. Frankfurt am Main: 1968. Bd.III. p.67-106.     (d)<==//  
(e)
der terminus: simultan, und als gegensatz der terminus: synchron, sind problematisch, weil im moment der gelebten gegenwart der begriff und die phänomene different gehändelt werden(01). Als begriff kann nur das eine oder das andere sein, als phänomene aber sind beide begriffe in raum und zeit möglich.
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(01)
die termini: synchron und simultan, werden gemeinhin mit dem terminus: gleichzeitig, gleichgesetzt. Das ist falsch, weil der terminus: gleichzeitig, als begriff nicht mit dem begriff: identisch mit sich, gleichgesetzt werden kann. Vielmehr zielt der terminus: gleichzeitig, ab auf eine differenz, in der die dinge der welt voneinander unterschieden erscheinen. Mit dem terminus: simultan, wird markiert, dass zwei differente ereignisse im raum existent sind, verortet in einen punkt auf der zeitskala, der terminus: synchron, zielt ab auf zwei ereignisse in der zeit, fixiert in einem punkt im raum .    (e)<==//  
(f)
als phänomene sind das ontologische argument und das relationale argument nur als offene systeme denkbar und werden im philosophischen diskurs so auch instrumentalisiert. In der realität des denkens sind keine reinen formen im sinn eines geschlossenen systems möglich, es sind immer mischformen, mit denen der genosse und das individuum als ich die dinge ihrer welt besorgen. Das geschlossene system kann als projektion zwar gedacht werden, aber es wird in raum und zeit nicht realisiert, weil in jedem neuen moment der gelebten gegenwart eine andere situation die realität ist.   (f)<==//  
(g)
der gedanke im trialektischen modus gefasst und in einer graphik wiederholt.
Die momente:
1.moment: das individuum als ich oder der genosse,
2.moment: das ontologische argument,
3.moment: das relationale argument.
Die relationen:
1.rel.: individuum_als_ich/genosse<==|==>ontologische_argument,
2.rel.: individuum_als_ich/genosse<==|==>relationale_argument,
3.rel.: ontologische_argument<==|==>relationale_argument.
In der realität sind das zwei differente situationen:
graphik: 001 (individuum als ich)                       // graphik 002: genosse

   //  .

Sowohl der genosse als auch das individuum als ich setzen ihre relationen zu den momenten: ontologische argument und relationale argument. Das problem ist die 3. relation: ontologische_argument<==|==>relationale_argument, die im dialektischen widerstreit in der sozialen beziehung zwischen dem genossen und dem individuum als ich, der relation: individuum_als_ich<==>genosse, beurteilt und bewertet wird.
graphik: 003

    .
 
Das problem in seiner komplexität habe Ich andernorts an einem anderen objekt erörtert(01).
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(01)
Richter,Ulrich: Ist das (noch) kunst? - Das objekt, das ästhetische urteil und der trialektische modus als methode. 047:aesthetics. argument: 2.4. bild: 006.   (g)<==//  
(h)
der gedanke in einer graphik wiederholt.
Die momente:
1.moment: das individuum als ich oder der genosse.
2.moment: das ding der welt: n,
3.moment: ontologische argument oder relationale argument.
Die relationen:
1.rel.: individuum_als_ich/genosse<==|==>ding_der_welt:_n,
2.rel.: individuum_als_ich/genosse<==|==>ont.argument/rel.argument,
3.rel.: ding_der_welt:_n<==|==>ont.argument/rel.argument.
graphik: 004
     
graphik: 005

    .
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Zusatz.
Die graphiken: 004 und 005, markieren zusammen vier situationen, die nicht identisch fallen. Die komplexität der situationen wird hier nicht weiter erörtert. Siehe auch anm.: g/(01).   (h)<==//    
finis

eingestellt: 26.07.01.
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