Die ökonomen
diskutieren darüber, was für die gesellschaft vorteilhafter sei,
einerseits eine wirtschaftsform, die den bedarf der menschen deckt,
andererseits eine wirtschaftsform, die den menschen ein angebot an
waren macht. Der streit, zugespitzt in der frage, ist unvernünftig,
weil die realisierung einer rationalen ökonomie nicht in der auflösung
des gegensatzes der beiden wirtschaftsformen aufgefunden werden kann,
entweder als bedarfswirtschaft oder als angebotswirtschaft - tertium
datur. Zwar können die streitenden parteien plausible argumente für
sich geltend machen, argumente, die, wenn sie radikal verfochten
werden, zu unerwünschten ergebnissen führen müssen, weil die
beobachtung ausgeblendet wird, dass jede ökonomie des menschen auf dem
wechselspiel von mangel und überfluss fundiert ist
(a).
Es ist, als aspekt der dummheit in der gier nach immer mehr, nicht
klug, in einer dynamischen gesellschaft auf das eine oder das andere
wunderrezept zu setzen, weil der zweck der arbeit, die lebensform jedes
wirtschaftens seiend, nicht der profit ist, keine grenze kennend,
sondern der zweck des rationalen wirtschaftens ist die sicherung des
fundaments, auf dem die menschen ihre existenz, beschränkt auf raum und
zeit, sichern wollen.
Die prämissen für die alternativen: angebotswirtschaft oder bedarfswirtschaft, sind eindeutig.
Eine ökonomie, die darauf fokussiert ist, den
lebensnotwendigen bedarf einer sozialen gruppe zu sichern, produziert
nur das, was für den erhalt der gruppe lebensnotwendig ist und ein
wenig mehr, weil mit der arbeit immer ein mehrwert geschaffen wird, der
als vorrat sicherheit bieten soll für schlechtere zeiten. Die
beobachtung ist nicht falsch, dass dieses verhalten in der lebenswelt
der menschen genau der mechanismus ist, der in der natur den
selbsterhalt der gruppe(=gattung) sichert. Durch die arbeit des
individuums als ich wird der natur nur das entnommen, was für den
reproduktionsprozess der spezies: homo sapiens, erforderlich ist. In
diesem sinn ist die ökonomie des lebensbedarfs immer nachhaltig, weil
das, was der natur entnommen wird, in der bilanz genügt, der natur das
zu belassen, was notwendig ist, sich wieder zu regenieren. Die
metabolie der materie in der natur ist ein kreislauf des lebens, deren
anfangspunkt die geburt ist, der mit dem endpunkt des lebens, der tod,
zusammenfällt, neues leben gebärend.
Die ökonomie des angebots hat die these zum
fundament, dass die produktion der waren, dinge der welt, angestossen
durch die arbeit, ein prozess des wachstums ist, den die verfechter der
these vom ende her denken. Das, was zählt, das ist als ziel im prozess
des wirtschaftens die höchstmögliche zahl an produzierten waren, die
gegen profit an die konsumenten zu verscherbeln sind. In seiner logik
ist die ökonomie des angebots eine wette auf die zukunft mit einem
ungewissen ausgang
(b). Die
realisation dieses programms hat zur bedingung die ausbeutung, Ich
sage, ausplünderung der natur und ihrer ressourcen, die das dynamische
gleichgewicht in der natur stört und im übermaass notwendig die
vorgefundene ordnung in eine andere ordnung transferieren muss. Der auf
der einen seite angehäufte überfluss an waren, ist auf der anderen
seite ein mangel an den dingen der welt, die das individuum als ich und
sein genosse für die bewältigung ihrer existenz, jeder für sich,
benötigen
(c).
Das, was im gegensatz prima vista als plausibel
erscheint, das ist secunda vista eine selbstzerstörende illusion, weil
weder die logik des immer mehr den erfolg auf dauer sichern kann
(d),
in raum und zeit geschlagen in grenzen, die um den preis der
selbsterhaltung nicht überschritten werden können, noch kann die logik
des blossen bedarfs die geforderte mitte zwischen überfluss und mangel
auf dauer ausbalancieren, was angst schafft. Das individuum als ich und
sein genosse müssen beiden anforderungen, die zueinander in einem
gegensatz stehen, gerecht werden, weil sie einerseits wesen der natur
sind, die ihre erbschaft als wesen der natur nicht verneinen können,
und weil sie andererseits mit vernunft begabt sind, die über sich
selbst hinauswachsen wollen und können
(e).
Das individuum als ich und sein genosse sind in der bewältigung ihrer
existenz immer auf die beiden formen des wirtschaftens angewiesen
(f),
ihr problem ist, den gegensatz zwischen mangel und reichtum
auszubalancieren, was ihnen, global betrachtet, immer unzureichender
gelingt, weil die logik der angebotswirtschaft das kapital auf der
einen seite akkumuliert, das der anderen seite geraubt wurde
(g).
--------
(a)
das ist die biblische erzählung von den 7 fetten und den 7 mageren jahren(Genesis, kapitel 41).
(a)<==//
(b)
die angebotswirtschaft ist eine
wirtschaft des überflusses, ein überfluss, der blosser schein ist. Der
natur kann nicht mehr entnommen werden als das, was sie enthält. Das
problem ist, dass die menschen in ungleicher weise der gaben der natur
sich bedienen können. Eine minderheit entnimmt mehr als die mehrheit
zusammen entnehmen kann. Ich deute das problem der macht nur kurz an,
diskutiere es aber nicht in der erforderlichen breite.
(b)<==//
(c)
die phänomene der armut der meisten und
der reichtum weniger sind ein faktum. Dazu bedurfte es nicht der
meldung, das Elon Musk der erste billionär ist.
(c)<==//
(d)
die logik des wachstums ist: immer
weiter, immer höher, immer länger. Das guiness-buch der rekorde, das
verzeichnis gelebter dummheiten, ist das schiboleth dieser maxime.
(d)<==//
(e)
den dokumenten der historia ist zu
entnehmen, dass seit beginn der schriftlichen aufzeichnungen vor
ca.6000 jahren sowohl die angebotswirtschaft als auch die
bedarfswirtschaft realisiert wurde. Was im lauf der zeit sich geändert
hatte, das waren die begründungen für die angebotswirtschaft.
(e)<==//
(f)
der gedanke in einer graphik
wiederholt. Sowohl das individuum als ich: A, und der genosse: B, sind
in ihrer wechselseitigen relation mit den momenten: angebotswirtschaft
und bedarfswirtschaft, relationiert, hier gefasst in der relation:
angebotswirtschaft<==|==>bedarfswirtschaft,(01).
graphik: 001
--------
(01) die komplexität der situation wird nicht weiter diskutiert.
(f)<==//
(g)
in diesem sinn ist die kritik des alten Marx immer noch aktuell, im blick auf die börsen global aktueller denn je.
(g)<==//