Ist
das (noch) kunst? - Das objekt, das ästhetische urteil und der
trialektische modus als methode.(01)
1.
einleitung.
1.1 der
streit ist immerwährend. Ist das, was Ich da vor mir liegen habe,
kunst, oder ist es keine kunst? Das problem ist nicht der konflikt der
meinungen über ein ding der welt als kunstwerk, das problem ist, wie
die menschen, in meiner terminologie: "das individuum als ich, sein
genosse eingeschlossen",
(02)
mit diesem konflikt umgehen. In ihren
sozialen beziehungen leben alle, die es betrifft, in strukturen, in
denen sie, zumeist im streit, nach lösungen suchen, die einerseits
beschreibbar sind, auflösungen eines streits, die andererseits die
klärung des streits weiterschieben, weil mit keiner der möglichen
entscheidungen der streit um das kunstwerk entschieden ist. Das sind
entscheidungen, die im moment der gelebten gegenwart
(03)
gefällt werden
und die jeder für sich fällen muss, mit absoluter geltung gegen sich
selbst, ohne den jeweils anderen mit seiner entscheidung binden zu
können. Diese struktur des erkennens ist methodisch eindeutig
beschreibbar, hier fokussiert auf ein ding der welt, das als kunstwerk
gelten soll, aber, das, was als beschreibung rezipiert wird, das ist
zweideutig und in seiner mehrdeutigkeit wieder ein gegenstand neuer
anstrengungen, um die antwort zu finden, die in raum und zeit bestand
haben kann. Es gibt keinen verbindlichen kanon der methoden, aber es
gibt eine methode, mit denen eine schliessende festlegung des kanons
möglich ist.
1.2 es dürfte
unstreitig sein, dass die Mona Lisa des Leonardo da Vinci ein kunstwerk
ist, ein gegenstand des streits aber sind die objekte, die das motiv:
Mona Lisa, als vorlage ausbeuten, situiert in einer anderen zeit und
bearbeitet in einer anderen, einer neuen form. Können diese
bearbeitungen werke der kunst sein? oder, sind diese objekte blosse
massenware, die einen gewissen reiz und nutzen haben können, als werke
der kunst aber ausscheiden?
Ich zitiere drei objekte
(04):
1. das gemälde: Mona
Lisa,(1503-1506),einschliesslich der kopien
(05),
bild: 001

.
2. ein werbeplakat mit dem motiv:
Mona Lisa, die das objekt der werbung in der hand hält - eine pizza
(06),
bild: 002

.
3. die kreation einer KI-maschine
mit dem motiv: Mona Lisa, die ein glas in der hand hält
(07).
bild: 003.

.
Das porträt der Mona Lisa ist als
motiv das verbindende moment dieser drei objekte. Die anderen
bildelemente sind gegenstände, die eingebunden sind in den epochen der
zeit, in denen diese objekte geschaffen wurden. Damit ist die frage
aufgeworfen, was die kriterien sein müssen für die frage: ist das
(noch) kunst?, wenn eine antwort formuliert werden soll, der alle, die
es betrifft, zustimmen können oder auch nicht.
1.3
mit welcher methode kann und soll das problem
aufgelöst werden? D'accord, mit den traditionalen methoden der
kunstkritik und mit den historischen verfahren der bildkritik ist das
problem zwar lösbar, aber diesen weg werde Ich nicht gehen, weil Ich
eine methode vorstellen will, mit der einerseits das individuelle
problem der antwort auf die in streit gefallene frage abschliessend
nicht aufgelöst werden kann, eine methode, mit der andererseits die
struktur beschrieben wird, in der die frage nach dem im streit
stehenden kunstwerk von allen, die es betrifft, beantwortet werden
kann, jeder für sich, - so oder so. Die methode: der trialektische
modus
(08), habe Ich in meiner kritik der
dialektik Hegel's
entwickelt
(09). Das ziel meiner kritik Hegel's
ist, einen weg zu
weisen, wie mit der streitfrage über ein bestimmtes kunstwerk: n,
rational verfahren werden kann. Im horizont dieser streitfragen werden
die modelle entwickelt, mit denen das problem der streitentscheidung in
der praxis entscheidbar ist.
1.4
Der plan des essays ist, durchaus im sinn der
tradition, einerseits die differentia specifica: ästhetische urteil,
festzulegen, mit der andererseits die dinge der welt unterschieden
werden, ob sie ein kunstwerk sein sollen oder nicht. Nach einem kurzen
exkurs zur methode: trialektische modus, werden, orientiert an den drei
objekten, die situationen analysiert und synthetisierend reflektiert,
in denen die entscheidungen gefällt sind, mit denen die benannten
objekte gehändelt werden, erkannt und rezipiert entweder als kunstwerk
oder als nicht_kunstwerk. Die möglichen antworten sind vielfältig,
immer zweideutig erscheinend. In ihrer zweideutigkeit sind das
festlegungen, die mit den kategorien der ästhetik allein nicht
entscheidbar sind, aber, es sind festlegungen, die mit den kategorien
der ethik entschieden werden. Im schlussteil weite Ich den gedanken aus
und benenne die bedingung, die auf der argumentebene der ethik eine
entscheidung möglich macht, entscheidungen, die jeder für sich fällt,
sich selbst im urteil an seine autonome entscheidung absolut bindend.
2.
hauptteil
2.1
die frage: ist das ding der welt: n, das kunstwerk:
n,? beantworten das individuum als ich und sein genosse mit ihren
ästhetischen urteilen, mit den gegebenen antworten sich selbst
entscheidend. Das ästhetische urteil ist die differencia specifica, mit
der unterscheidbar ist, ob die benannten objekte für das individuum als
ich: A, oder für den genossen: B, ein kunstwerk sind oder nicht –
tertium non datur. Mit dem begriff: ästhetische urteil, ist das
kriterium benannt, mit dem das individuum als ich und sein genosse
unterscheiden, jeder für sich mit absoluter geltung gegen sich selbst,
welches ding der welt sie als ein kunstwerk ansehen wollen und welche
dinge der welt sie davon ausschliessen müssen. Das ästhetische urteil
ist kein merkmal des kunstwerks: n, sondern es ist die vorstellung des
individuums als ich, die das individuum als ich von seinem objekt, das
ding der welt: n, imaginieren kann, das es, für sich absolut gültig,
als das kunstwerk: n, ansehen will, sei es das gemälde von da Vinci,
sei es das werbeplakat mit einem werbemodel, das der Mona Lisa ähnlich
ist, sei's das produkt einer KI-maschine, deren algorithmus ein glas in
die kopie des berühmten gemäldes einmontiert hat.
2.1.1 als
vorstellung des individuums als ich ist das
ästhetische urteil ein ding der welt, das mit keinem anderen ding der
welt identisch fallen kann. Das individuum als ich imaginiert in seinem
forum internum etwas, das es als substantiell ansieht für das ding der
welt: n, und das in dieser vorstellung für das individuum als ich auch
das kunstwerk ist, das das ding der welt: n, sein soll, nämlich das
kunstwerk: n. Mit seiner imagination im forum internum hat das
individuum als ich zu dem begriff: ästhetische urteil, seine relation
gesetzt, deren bestimmendes moment, das ding der welt: n, kein moment
in der relation: individuum_als_ich<==|==>ästhetische_urteil,
sein kann
(10). In einem anderen moment der
gelebten gegenwart setzt das
individuum als ich zu dem ding der welt: n, das das kunstwerk: n, sein
soll, seine relation, in der das ästhetische urteil kein moment der
relation: individuum_als_ich<==|==>ding_der_welt:_n, ist, das als
das dritte moment ausgeschlossen sein muss. Mit dieser relation ist die
dritte relation: ästhetische_urteil<==|==>ding_der_welt:_n,
implizit gesetzt, in der das individuum als ich das ausgeschlossene
dritte moment ist, das aber als das dritte moment die relation
bestimmt.
Der gedanke wiederholt in einer graphik
(11).
graphik: 001

.
In dieser struktur ist es nicht
möglich, dem begriff: ästhetische urteil, bestimmte, allgemein geltende
prädikate zuzuordnen, mit denen abschliessend festgelegt ist, was die
definition des begriffs: ästhetische urteil, sein soll und im
bestimmten fall auch ist. Es ist aber möglich, das feld der phänomene
in augenschein zu nehmen, mit denen das individuum als ich die merkmale
zusammenstellen kann, die, üblich in der tradition, als die
bestimmenden merkmale des begriffs: ästhetische urteil, angesehen
werden. Mit diesen begriffen, wirksam in den traditionen, ist es
möglich, zu unterscheiden, welche dinge der welt als objekte kunstwerke
sein können und welche ausgeschlossen sind. Das, was einst "grosse
Kunst" gewesen war, das ist heute schund und müll, und das, was einmal
als müll angesehen wurde, das gilt heute als "grosse kunst", gehandelt
zu gigantischen preisen an den börsen
(12). In der
struktur des
begriffs: ästhetische urteil, ist ausgewiesen, dass das ästhetische
urteil kein daseiendes im sein sein kann, sondern, sein bestimmendes
momentum ist das individuum als ich, das in der definition des
begriffs: ästhetische urteil, nicht ausgewiesen ist. In raum und zeit
kann nur das individuum als ich es sein, das festlegt, was der
gegenstand des begriffs: ästhetische urteil, ist, mit dem das
individuum als ich, sein genosse eingeschlossen, hantieren, um zu
entscheiden, welches ding der welt das kunstwerk: n, ist, das es als
das ding der welt: n, sein soll. Im objekt, sei's ein kunstwerk oder
nur ein ding der welt, ist das kriterium nicht auffindbar, mit dem die
unterscheidung bewerkstelligt werden kann.
2.1.2 wenn es
vom individuum als ich abhängen soll,
was ein kunstwerk in der welt ist oder nicht, dann ist das problem der
bestimmung und festlegung dieser unterscheidung verortet im individuum
als ich, das autonom sein urteil über die dinge der welt fällt. Das ist
eine behauptung, zur tradition quer stehend, die einer begründung
bedarf. Es ist das problem des letzten grundes, der als gründender
grund das festlegt, was die welt in ihren kausalitäten ist. In der
kette der möglichen argumente kann das individuum als ich und sein
genosse zu den gründen zurückgehen, mit denen begründet wird, was für
sie, jeder für sich, gültig sein soll. Der letzte angebbare grund einer
kette begründeter argumente ist der kette der begründungen selbst
entzogen, weil für den gründenden grund der kausalkette kein grund
benannt werden kann. Dieser infinite regress
(13)
ist für das individuum
als ich, sein genosse eingeschlossen, in raum und zeit nicht gangbar
und das individuum als ich, nicht anders sein genosse, setzen einen
grund als den gründenden grund, auf dem sie ihre kausalketten gründen
wollen. Die idee eines individuellen impulses
(14)
ist eine setzung, die
für mich als dem setzenden individuum als ich maassgebend ist und aus
der heraus jedes individuum als ich, für sich selbst mit absoluter
geltung gegen sich selbst, die elemente seiner existenz festlegt, die
in der bewältigung seiner existenz unabdingbar sind. In seinem forum
internum ist der individuelle impuls, in der imagination das bild der
quelle ausbeutend, die vorstellung, die das individuums als ich von den
dingen der welt hat, die ihm unablässig zufliessen, und die das
individuum als ich für seine existenz benötigt und verwenden kann.
Über das, was dem individuum als
ich im anströmenden zufliesst, kann das individuum als ich nicht
verfügen, aber im gegenwärtig werden des nicht_verfügbaren
(15) greift
das individuum als ich in seiner autonomie als ich aus dem anströmenden
das heraus, was das individuum als ich für seine existenz als notwendig
ansieht, sich auf das gewählte festlegend und sich selbst an das
entschiedene absolut bindend. Dieses momentum, das herausgreifen
dessen, was im anströmenden als potential möglich ist, hat für das
individuum als ich die funktion eines gründenden grundes, den das
individuum als ich in der relation:
individuum_als_ich<==|==>gründende_grund, fasst, die relation
setzend, die für das setzende individuum als ich das maass der
weltdinge sein soll und ist. Diese setzung ist für sich ein ereignis,
eine setzung, die das individuum als ich in jedem moment seiner
gelebten gegenwart leistet und die als ein factum der vergangenheit in
die vergangenheit absinkt und abgesunken ist, aus der heraus das
individuum als ich dieses factum der vergangenheit in einem anderen
moment der gelebten gegenwart wieder erinnern kann, als ein ding der
welt, das als factum der vergangenheit ein anderes ist. Der
individuelle impuls ist ad personam verortet und für den genossen nicht
verfügbar, der seinem individuellen impuls folgt.
Mit dem begriff: individuelle
impuls, ist das arcanum fixiert, aus dem heraus das individuum lebt,
sich bildend als das ich. D'accord, dieses argument wirkt wie ein
blinder fleck; der individuelle impuls ist, wie man sagt, eine "black
box", in der alles enthalten sein soll, was der begriff: ästhetische
urteil, als differentia specifica zu bewirken hat. Insofern markiert
der begriff: individuelle impuls, eine grenze, die das individuum als
ich, sein genosse eingeschlossen, nicht überschreiten kann, weil alles,
was das individuum als ich jenseits der grenze extramundum verorten
will, nur intramundum formuliert sein kann. Auf die frage, was die
gültige definition des begriffs: ästhetische urteil sein soll, muss die
antwort offen bleiben, weil das individiuum als ich und sein genosse,
jeder für sich, autonom entscheiden, was für sie der gegenstand der
definition des begriffs sein soll. Wer den begriff: ästhetische urteil,
im diskurs über die weltdinge als kunstwerk verwendet, weiss, sich
selbst absolut bindend, was für ihn das kunstwerk: n, ist und dieses
wissen wird im streit um die bestimmung, welches ding der welt als
kunstwerk angesehen werden soll oder nicht, gegen das wissen des je
anderen vertreten und behauptet.
Die struktur dieses streits ist
beschreibbar, die beschreibung ist als argument instrumentalisierbar,
aber, jede mögliche beschreibung ist nur ein fall unter vielen
möglichen anderen fällen, die anders sein können. Mit dieser
feststellung wechsle Ich die perspektive auf die objekte, die im streit
stehen. Im fokus des diskurses steht die methode, mit der der streit
dargestellt wird, ohne dass, in der sache für alle, die es betrifft,
absolut gültig, mit der darstellung des streits eine abschliessende
entscheidung gefällt wird.
2.2 der
wechsel der perspektive kann mit den methoden
der tradition, einerseits den kausalmethoden, andererseits den
dialektischen methoden
(16), nicht geleistet
werden. Das problem der
kausalmethoden ist, dass sie einen gründenden grund ausweisen müssen,
der mit den methoden der kausalität nicht begründet werden kann. Die
dialektischen methoden setzen die differenz von zwei möglichen
positionen voraus, ohne entscheiden zu können, welche position die
funktion des grundes und welche position die funktion der wirkung haben
soll.
Mit einer dritten position ist
das problem entscheidbar, die scheinbaren defizite der traditionalen
methoden gegeneinander auszutarieren. Die methode: trialektische modus,
entscheidet keine streitfrage, aber die struktur jedes möglichen
streits ist mit dieser methode darstellbar. In den debatten, was ein
kunstwerk ist oder sein soll, ist das streitentscheidende kriterium,
der begriff: ästhetische urteil, ein moment neben den beiden anderen
momenten im schema, drei momente, die in keinem fall identisch fallen
können. Im gültigen argument sind drei momente miteinander
relationiert; weder kann dem argument ein moment entzogen sein, noch
kann dem argument ein weiteres moment hinzugefügt werden. In der
balance der drei momente ist die wahrheit
(17) der
methode gegründet.
Die methode: trialektische modus, habe Ich in der
kritik der Hegel'schen dialektik entwickelt
(18).
Das modell der methode
ist aus dem semiotischen dreieck von Umberto Eco abgeleitet
(19).
2.2.1
konstituierend für die methode sind die folgende festlegungen:
1.
drei momente: "a, b und
c", sind in drei relationen miteinander verknüpft: "a<==|==>b,
b<==|==>c, c<==|==>a", momente, die nicht identisch fallen
können.
graphik: 002

.
2. die relationen: a<==|==>b
oder b<==|==>a, sind äquivalent
3. das schema des
trialektischen modus weist drei momente aus, kein moment weniger und
kein moment mehr.
4.
jede relation ist
entweder einseitig:
==> / <==,
oder abhängig:
<==|==>,
oder wechselseitig: <==>.
5.
je zwei momente sind in
einer relation verknüpft, ausgeschlossen in der relation ist das je
dritte moment im schema.
6.
das je ausgeschlossene
dritte moment hat die funktion, das bestimmende moment für die relation
zu sein.
7.
jedes schema ist eine
situation oder ein fall
(20), die unterscheidbaren
situationen/fälle
können nicht identisch fallen.
8.
die drei momente
markieren einerseits die eckpunkte eines gleichseitigen dreiecks,
andererseits einen punkt auf der kreislinie. Der mittelpunkt des
dreiecks ist mit dem mittelpunkt des kreises identisch, aber der
gemeinsame mittelpunkt ist kein moment im schema.
graphik: 003

.
9.
jedes ding der welt,
einerseits als das_andere, andererseits als der_andere, ist in den
momenten: "a, b und c", einsetzbar; es ist eine konvention, das
individuum als ich, eingeschlossen der genosse, im moment: a,
einzusetzen.
10. mit einer graphik ist jedes
schema äquivalent dargestellt.
2.2.2 jede
methode, denkbar für das individuum als
ich, ist gegründet in seiner vorstellung von dem, was in der tradition
mit dem terminus: metaphysik, bezeichnet wird. Als phänomen sind die
denkbaren begriffe: metaphysik, einteilbar in zwei klassen, die,
einander sich ausschliessend, nicht identisch fallen. Eine dritte
klasse ist nicht_möglich. Ich bezeichne diese klassen mit den termini:
ontologische argument und relationale argument. Dieser einteilung liegt
die unterscheidung: das ganze und seine teile, zugrunde, in der
tradition gefasst mit der differenz: die daseienden dinge und das sein.
Mit der unterscheidung, das
ontologische argument und das relationale argument, sind zwei
perspektiven bezeichnet, die im individuum als ich, der genosse
eingeschlossen, vermittelt sind. Entweder beurteilt das individuum als
ich: A, oder sein genosse: B, das ganze in der perspektive seiner
teile, das ist die perspektive des relationalen arguments, oder sie
beurteilen, jeder für sich, die teile in der perspektive des ganzen,
das ist die perspektive des ontologischen arguments. Das urteilende
individuum als ich: A, der genosse: B, eingeschlossen, fasst im moment
seiner gelebten gegenwart das ganze in der relation:
individuum_als_ich:_A<==|==>ganze, und, in einem anderen moment
seiner gelebten gegenwart, ein teil, eingebettet in den teilen, in der
relation: individuum_als_ich:_A<==|==>teil. Mit der setzung
dieser relationen ist implizit die dritte relation:
ganze<==|==>teil, gesetzt.
Das relationale argument ist die
perspektive der teile. Das dritte moment, das ganze, ist als das
ausgeschlossen dritte moment die wahrheit der relation:
individuum_als_ich:_A<==|==>teil.
Das ontologische argument ist die
perspektive des ganzen. Das dritte moment, die teile, ist als das
ausgeschlossene dritte moment die wahrheit der relation:
individuum_als_ich:_A<==|==>ganze.
Der gedanke in einer graphik
zusammengefasst
(21):
graphik: 004

.
Der gegenstand des streits um die
differenz: teil/ganze, ist gefasst in der dritten relation:
ganze<==|==>teil. Das individuum als ich: A, ist das dritte
moment, das als das ausgeschlossene dritte moment die wahrheit dieser
relation ist. Im urteilenden individuum als ich: A, nicht anders im
genossen: B, ist das vermittelt, was für sie, jeder für sich, die
wahrheit sein soll, verortet in der differenz: ganze/teil.
Es ist, wie in der tradtion
gesagt wird, nicht entscheidbar, was die wahre perspektive ist, die das
individuum als ich: A, und sein genosse: B, wählen können, wenn sie
über sich selbst und ihre existenz in der welt reflektieren. Im moment
ihrer gelebten gegenwart denken der genosse: B, und das individuum als
ich: A, entweder in der perspektive des ontologischen arguments, oder
in der perspektive des relationalen arguments, aber immer fassen sie,
jeder für sich, ihre relation im moment ihrer gelebten gegenwart im
horizont des je dritten moments, das ausgeschlossen ist. In raum und
zeit oszillieren das individuum als ich: A, und der genosse: B,
zwischen dem ontologischen argument und dem relationalen argument, im
moment ihrer gelebten gegenwart sich entscheidend, entweder das
ontologische argument affirmierend im horizont des relationalen
arguments, oder das relationale argument affirmierend im horizont des
ontologischen arguments – tertium non datur.
Ich habe mich für das relationale
argument entschieden, aber dem ontologischen argument kann Ich mich mit
meiner entscheidung nicht entziehen. Wenn Ich in der welt mich selbst
begreifen will als das ich, das Ich sein will, dann kann Ich das
begreifen meines selbst nur dann leisten, wenn der genosse, der sich
für das ontologische argument entschieden hat, fähig und bereit ist,
meine entscheidung zu akzeptieren, die für seine entscheidung das
dritte moment ist, das als das ausgeschlossene dritte moment die
funktion hat, der maasstab zu sein; nicht anders der genosse. Hinter
diese feststellung kann weder der genosse: B, zurückgehen noch das
individuum als ich: A.
2.3 mit
meiner entscheidung für das relationale
argument scheidet das ontologische argument als maasstab für mein
ästhetisches urteil aus. Für das, was ein kunstwerk sein soll, kann es
keine definition geben, die allgemein gültig wäre. In der perspektive
der teile kann jedes ding der welt ein kunstwerk sein oder nicht. Die
traditionale rede von einem kunstwerk "an sich" ist im relationalen
argument immer das reden über die dinge der welt, die "für sich" ein
kunstwerk sein sollen und dieses kunstwerk entweder sind oder
nicht_sind.
2.3.1 diese
differenz ist wirksam, wenn die frage
beantwortet werden soll, ob die in den blick genommenen objekte als
dinge der welt kunstwerke sein können oder nicht. Immer ist die frage
nach dem kunstwerk verknüpft mit der frage nach dem grund, warum das
ding der welt: n, das kunstwerk: n, ist, oder, warum es kein kunstwerk
sein kann. Damit ist die grundstruktur beschrieben, in der die frage:
kunstwerk oder nicht? beantwortet werden kann und soll, einerseits als
möglichkeit, andererseits als realität.
Drei momente sind in dieser
struktur wirksam, die, abhängig von der realen situation in raum und
zeit, unterscheidbar mit bestimmten vorstellungen verknüpft werden, die
allein das individuum als ich, sein genosse eingeschlossen, denken
kann. Die momente sind:
1.moment: das individuum als ich,
traditional das subjekt,
2.moment: ein ding der welt,
traditional das objekt,
3.moment: das ästhetische urteil
in der funktion des grundes.
Dieser gedanke wiederholt in einer graphik.
graphik: 005

.
In dieser form, dargestellt als
ein modell, ist die struktur des arguments simpel, aber, trügerisch ist
der schein, wenn die reale situation einerseits analysiert wird, in der
andererseits alle, die es betrifft, involviert sind und jeder für sich
die resultate der analyse synthetisierend reflektiert.
2.3.2 der
blick auf das objekt ist in der analyse der
situation einerseits verengt, andererseits aber ist dieser blick scharf
gestellt. In analytischer absicht ist es methodisch zulässig, die
momente für sich zu trennen, losgelöst vom schema des trialektischen
modus, um die elemente, die teile eines moments sind, in den blick zu
nehmen und zu dokumentieren, was diese elemente in ihrem so-sein sind.
Unter den bedingungen von raum und zeit sind die elemente, dinge der
welt seiend, in ihrem so-sein different, aber eindeutig feststellbar
als diese und nicht als jene. Das, was das individuum als ich in seiner
gegenwart ist, das kann in vielfältigen formen aufgezählt werden, immer
abhängig von dem subjekt, das die analyse vornimmt, nicht anders das
ding der welt, entweder als objekt oder als ästhetisches urteil in der
funktion eines grundes. Für sich sind diese unterscheidungen selbst ein
fall, der mit dem schema des trialektischen modus fixierbar ist, aber
das sind überlegungen, die nicht auf der argumentebene der analyse
geführt werden können, sondern auf der argumentebene der
synthetisierenden reflexion erörtert werden müssen.
Mit meiner beschreibung der
grundsituation setze Ich als autor der analyse akzente, mein objekt in
analytischer absicht in die elemente zerlegend, die in ihrer differenz
als ein ganzes das objekt sind. Das verknüpfende moment in der analyse
ist das bildnis der Mona Lisa, das als motiv, formuliert in der
traditionalen ästhetik, die drei ausgewählten bilder miteinander
vermittelt. Das objekt erscheint als das gleiche bild, eben als Mona
Lisa, aber, in der perspektive des individuums als ich(=subjekt) und
seines ästhetischen urteils(=grund) sind es drei objekte, die in raum
und zeit verschieden sind und so auch vom individuum als ich
wahrgenommen und erkannt werden.
-
2.3.2.1 da
Vinci's Mona Lisa ist, als kunstwerk
unbestritten, in vielfältigen formen beschrieben worden. Meine analyse
der situation, mit dem gemälde als fokus, ist eine weitere beschreibung
des objekts, darauf fokussiert, die struktur der wahrnehmung dieses
objektes und seiner erkenntnis als kunstwerk offenzulegen. Das, was das
bild als objekt ist, das ist der gegenstand der traditionalen
kunstkritik und wird als bekannt vorausgesetzt. Variabel aber, bestimmt
in jedem individuum als ich, formuliert das individuum als ich: A, die
relation setzend, das ästhetische urteil, das, einerseits im blick auf
es selbst, bestimmt ist als dieses und nicht als jenes, das
andererseits im blick des genossen: B, ein anderes ästhetisches urteil
sein muss; es sind zwei ästhetische urteile, die, einen gegensatz
markierend, zueinander das_andere sind. Das objekt, das kunstwerk: Mona
Lisa, identisch mit sich, erscheint in einem zwielicht, weil zwei
gründe benannt sind, die das ästhetische urteil bestimmen, mit denen
das individuum als ich: A, und sein genosse: B, das kunstwerk: Mona
Lisa, interpretieren, sowohl als kunstwerk bestimmend als auch als ein
ding der welt, im horizont der anderen weltdinge einordnend.
Der gedanke wiederholt und gefasst in zwei graphiken:
Die perspektive des individuum als ich: A,
graphik: 005a

,
Die perspektive des genosse: B,
graphik: 005b

.
De facto werden zwei situationen
beschrieben, die nicht identisch fallen können und strikt auseinander
gehalten werden müssen, auch dann, wenn der genosse: B, und das
individuum als ich: A, dassselbe objekt beurteilend, darin
konsentieren, dass sie mit ihren ästhetischen urteilen, die zwar gleich
sind, aber nicht_identisch sein können, über dasselbe objekt zu
gleichen urteilen kommen, die nicht_identisch sind, aber gleich.
2.3.2.2 als
objekt ist das bild der werbung eine
traditionale montage, ein werbemodel im aussehen der Mona Lisa zeigend.
Das werbemodel hält eine pizza in der hand, die sie dem betrachter
präsentiert. Die traditionale bildanalyse verkürze Ich auf die
feststellung, dass die konturen des originals wiedererkennbar kopiert
sind und die anderen bildelemente des originals durch zeitgemässe
objekte ersetzt wurden, dem bestimmten werbezweck eindeutig
unterstellt, für den das objekt geschaffen wurde.
Das betrachtende individuum als
ich: A, und sein genosse: B, können, ihren interessen folgend,
unterscheidbare perspektiven auf das bild haben, die ihr ästhetisches
urteil bestimmen. In der perspektive des traditionalen kunstkritikers
sind die bildelemente, erfahren als bestimmend, andere als dieselben
bildelemente in der perspektive des werbefachmanns, der ein produkt
präsentieren will, details, die nur entfernt mit der vorlage assoziiert
werden können(=Italien).
Vermittelt in den interessen, die
das individuum als ich, sein genosse eingeschlossen, verfolgt, ist
bestimmt, dass das individuum als ich: A, und sein genosse: B,
ästhetische urteile formulieren, die, different in den momenten der
gelebten gegenwart, sich unterscheiden, gegensätzlich bis zum
wechselseitigen ausschluss der positionen. Das individuum als ich: A,
in der perspektive des künstlers/kunstbetrachters urteilend, wird im
blick auf das objekt einen anderen begriff von einem kunstwerk haben,
als der genosse: B, der in der perspektive des werbenden oder des
adressaten der werbung urteilt und das plakat mit dem motiv: Mona Lisa,
eine pizza konsumierend, als stimulans instrumentalisiert, zum besuch
der nächsten pizzeria animierend. Wieder ist das objekt, das
werbeplakat mit der Mona Lisa als motiv, zweideutig. Als objekt kann
das werbeplakat ein kunstwerk sein, aber wahrscheinlicher ist das
urteil, dass das objekt blooss ein werbemittel ist, das weggeworfen
wird, wenn es seine funktion erfüllt hat.
2.3.2.3
das bild aus dem drucker mag, weil es
in der moderne technisch möglich geworden ist, als objekt prima vista
faszinieren, secunda vista aber ist die frage zu stellen, ob das
produkt der KI-maschine ein kunstwerk sein kann, gültig in gleicher
weise, wenn das individuum als ich ein ästhetisches urteil formuliert
hat, oder wenn es ein anderes kriterium als differentia specifica
setzen will. Die KI-maschine ist ein werkzeug
(22),
vergleichbar dem
pinsel, den da Vinci damals gebraucht hatte. Am produkt, gefertigt von
einer KI-maschine, ist nicht erkennbar, wer das subjekt gewesen sein
könnte, das das bild: Mona Lisa mit dem weinglas, komponiert hat. In
diesem moment der gelebten gegenwart sind die antworten auf die frage
umstritten, ob die KI-maschine eines fernen tages das subjekt sein
könnte, das ein kunstwerk schaffen wird, so wie das individuum als ich:
A, und sein genosse: B, es in der tradition getan hatten. Gegenwärtig
ist die aussage noch gültig, dass die KI-maschine einen programmierer
voraussetzt, der den algorithmus konstruiert, mit dem das verfügbare
datenmaterial so sortiert werden kann, dass der drucker ein plausibles
bild ausgibt. Dem individuum als ich, sein genosse eingeschlossen, ist
es derzeit nicht möglich zu entscheiden, wer das subjekt ist, das
mittels einer KI-maschine ein ding der welt, das ein kunstwerk sein
soll, geschaffen hat; denn es ist ausgeschlossen, dass ein ding der
welt, das kein subjekt ist, ein anderes weltding schaffen kann, das ein
kunstwerk sein soll.
Die situation ist, dass das
individuum als ich: A, und sein genosse: B, mit ihren ästhetischen
urteilen, die gleich, aber nicht_identisch sind, ein objekt, eine
variation des originals seiend, beurteilen, das die kriterien des
ästhetischen urteils nicht erfüllt, die, gültig in der tradition, von
allen, die es betrifft, geteilt werden, aber, das, was einerseits
konsens ist, das ist andererseits umstritten, und der grund dafür ist
nicht in dem objekt verortet, das als produkt der KI-maschine sowohl
der gegenstand des streits ist als auch des konsenses.
2.3.2.4 die
gründe für den gegensatz in den meinungen
sind einerseits im individuum als ich: A, und seinem genossen: B,
verortet, andererseits in den ästhetischen urteilen, die gegensätzlich
sein können, den wechselseitigen ausschluss eingeschlossen. Das
individuum als ich: A, und sein genosse: B, müssen, getrieben von ihren
interessen, sich in jedem moment ihrer gelebten gegenwart entscheiden,
was sie als kunstwerk ansehen wollen und was nicht, immer festgelegt in
der relation: individuum_als_ich<==|==>ästhetische_urteil. Diese
relation aber hat, für sich beurteilt, ihr bestimmendes moment nicht in
dem objekt, pars pro toto, die Mona Lisa als produkt einer KI-maschine,
sondern, das individuum als ich: A, und sein genosse: B, imaginieren
und denken das bestimmende moment der relation:
individuum_als_ich<==|==>ästhetische_urteil, in einer anderen
vorstellung, die in der analyse der drei situationen als ein weiteres,
als ein anderes moment erscheint, quasi als ein viertes moment im
schema, das die funktion eines maasstabes hat, das das objekt, das
reale kunstwerk oder seine kopie, ausmisst. Dieses moment kann eine
ideologie sein, aber, diese möglichkeit ist ein anderer fall, der in
einem anderen schema im trialektischen modus gefasst ist.
Der gedanke wiederholt in einer
graphik:
graphik: 006

.
2.3.2.5 mit
der analyse ist ein bild
(23) gemalt, das, so
erscheint es, vier momente ausweist:
1. das individuum als
ich(=subjekt),
2. das kunstwerk:
n(=objekt),
3. das ästhetische urteil(=grund),
4. die ideologie(=maasstab).
Das, was prima vista plausibel ist, das ist, secunda
vista, im horizont der methode: trialektische modus, falsch. Zwar ist
es möglich, in der analyse ein schema mit den momenten: 2 – 4,
aufzumachen:
graphik: 007

,
aber, dieses schema, in jeder ästhetischen theorie
ein abstraktes modell, ist gesetzt im horizont der vorstellung eines
subjekts, das dieses modell denken kann. Wenn das moment: individuum
als ich, einbezogen wird, dann kann das individuum als ich, sein
genosse eingeschlossen, in jeder position seine relationen setzen,
entweder in der position: kunstwerk: n, zu dem ästhetischen urteil und
der ideologie, oder in der position: ästhetische urteil, zu der
ideologie und das kunstwerk: n, oder in der position: ideologie, zu dem
kunstwerk: n, und dem ästhetischen urteil. Das sind drei schemata im
trialektischen modus,
graphik: 007a

,
graphik: 007b

.
graphik: 007c

,
drei schemata, die, nicht identisch fallend, in
einem bild zusammengefasst werden:
bild: 004 (=weltformel)

.
Mit dem bild, im relationalen argument bezeichnet
mit dem terminus: weltformel,
(24) ist die
situation skizziert, in der
das individuum als ich: A, und sein genosse: B, gebunden in einer
sozialen beziehung, ihr objekt, gleich im motiv: Mona Lisa, beurteilen,
das für sie, jeder für sich, entweder ein ding der welt ist oder das
kunstwerk: n, – tertium non datur.
2.3.3 jede
denkbare analyse der weltdinge ist
eingebunden in die synthetisierende reflexion der in analytischer
absicht getrennten elemente. Im horizont der methoden ist die relation:
synthese<==|==>analyse, ein problem, weil das indidividuum als
ich das dritte moment ist, das die elemente der analyse miteinander zu
neuen konstellationen verknüpft, die als reale bilder, erfahren im
moment der gelebten gegenwart, einerseits facta der vergangenheit und
andererseits projektionen in die zukunft sind. Das individuum als ich,
sein genosse eingeschlossen, leistet die analyse eines weltdinges im
horizont seiner synthetisierenden reflexion, die als das dritte moment
in der relation ausgeschlossen ist, nicht anders der genosse, wenn er
über die in analytischer absicht getrennten elemente eines weltdinges
in seiner synthetisierenden reflexion urteilt, bewerkstelligt im
horizont seiner analyse des weltdinges. Das, was in der theorie nicht
getrennt werden kann, fixiert im schema des trialektischen modus, das
wird in der praxis ad libitum vom individuum als ich: A, in seiner
wechselseitigen relation mit dem genossen: B, getrennt, jeder für sich
im horizont seiner interessen.
Diese struktur des argumentierens
über die dinge der welt ist der begrenzende horizont, in dem das
individuum als ich: A, und sein genosse: B, jeder für sich, urteilen,
ob das weltding: n, im streit stehend, das kunstwerk: n, ist oder
nicht. Was im schema des trialektischen modus als einfach erscheint,
das ist in der realität eine komplexe struktur, die viele deutungen
impliziert, interpretationen eines weltdinges, die getrennt zu halten
schwierig ist, weil, wenn's opportun wird, der genosse: B, und das
individuum als ich: A, geleitet von ihren interessen, zwischen den
perspektiven "switchen", von der einen perspektive in die andere und
wieder zurück.
Das problem der synthetisierenden
reflexion, reflektiert im horizont des trialektischen modus, ist das
argumentieren über kreuz,
(25) wenn die
differenten momente der schemata
in neuen relationen über die bande miteinander verknüpft werden. Diese
verknüpfungen, formal auf das schema im trialektischen modus
beschränkt, schaffen neue schemata, die, nicht identisch fallend, zu
jedem anderen schema ein anderes schema sind, und die als andere
schemata gehändelt werden müssen. In der perspektive der praxis ist das
argumentieren über kreuz zwar plausibel, aber in der perspektive des
relationalen arguments ist das proponierte argument falsch. Die praxis
des argumentierens aber, benannt als ein problem der theorie, ist
entweder ein konsens oder das argument steht im streit.
2.4 die frage, welches ding der welt: n, das
kunstwerk: n, sein soll, beantworten das individuum als ich: A, und
sein genosse: B, in ihrer sozialen beziehung, fixiert in der relation:
individuum_als_ich:_A<==>genosse:_B.
Die grundsituation ist in dieser graphik fixiert:
graphik: 008

.
Für sich ist die situation
simpel, aber, wenn reflektierend die situation analysiert wird, dann
ist eine vielzahl von möglichen situationen aufzeigbar, die ein
komplexes, schwer überschaubares panorama von möglichkeiten markieren,
die, kaum trennbar, ineinander verwoben sind. Die relation, die das
individuum als ich: A, zu dem weltding: n, setzt, ist eine andere
relation als die relation, die der genosse: B, zu dem ding der welt: n,
identisch mit sich, setzen kann. Wenn der genosse: B, und das
individuum als ich: A, in ihrem urteil über das weltding: n, einer
meinung sind, dann ist auch die relation des genossen: B, eine andere
relation, die nicht die relation des individuums als ich: A, sein kann,
weil die gründe different sind, die das individuum als ich: A, und sein
genosse: B, für ihre relationen geltend machen. Das ist, pars pro toto,
mit dem moment: ideologie, demonstrierbar, das die perspektive
markiert, in der der genosse: B, und das individuum als ich: A, ihre
relationen setzen, einerseits zu dem moment: ästhetische urteil,
andererseits zu dem moment: ding der welt: n. Es sind zwei
perspektiven, einerseits die perspektive des individuums als ich: A,
und andererseits die perspektive des genossen: B, die zwei situationen
markieren, die nicht identisch fallen, gleichwohl sie als ähnlich oder
als gleich erscheinen können.
Der gedanke wiederholt in sechs graphiken:
Die ausgangssituation ist in den perspektiven des
individuums als ich: A, und seines genossen: B, festgelegt.
graphik: 009

,
graphik: 009a

.
Zwei situationen sind strikt zu trennen:
situation: 1, (die perspektive des individuums als
ich: A.)
graphik: 009b

,
graphik: 009d

.
situation: 2, (die perspektive des genossen: B.)
graphik: 009c

,
graphik: 009e

.
Das, was das individuum als
ich: A, und sein genosse: B, als ihren begriff: ideologie(=A/B),
ansehen, das ist das je dritte moment, das, bestimmt als das
ausgeschlossene dritte moment, die wahrheit der relationen ist, die
sowohl das individuum als ich: A, als auch der genosse: B, zu dem
moment: ästhetisches urteil, oder zu dem moment: ding_der_welt:_n,
setzen. Der genosse: B, und das individuum als ich: A, können darin
konsentieren, dass das ding der welt: n, das kunstwerk: n, ist, weil
sie mit ihrem begriff: ästhetische urteil, argumentieren, der diesen
schluss als richtig ausweist. Das resultat kann auch der dissens sein,
dass der genosse: B, einerseits argumentiert, dass das ding der welt:
n, kein kunstwerk ist, andererseits aber das individuum als ich: A,
argumentiert, dass das ding der welt: n, gleichwohl das kunstwerk: n,
sein muss. Die differenz in den urteilen über das ding der welt: n, ist
weder im ding der welt: n, verortet, noch in den ästhetischen urteilen,
sondern im individuum als ich: A, und seinem genossen: B, die im
horizont einer ideologie in der funktion eines maasstabs urteilen, was
ihr begriff: ästhetische urteil, sein soll oder nicht ist. Das
bestimmende moment ist nicht das ästhetische urteil, sondern bestimmend
ist ein argument der ideologie, das verbindlich ist, einerseits für den
genosen: B, andererseits für das individuum als ich: A, fixiert ist in
einer relation.
Im
bild: 005,
sind 8 schemata im trialektischen modus verknüpft,
die in ihrer verknüpfung eine komplexe struktur des argumentierens
markieren. Es ist die struktur des erkennens der weltdinge, die
einerseits in der realität schwer überschaubar ist und die in der
praxis auf wenige elemente reduziert werden muss
(26),
um als argument
händelbar zu sein.
Im
bild: 006,
sind zwei schemata im trialektischen modus im
schwachen strich(schwarz/rot) markiert, die nicht identisch fallen
können, die im diskurs aber als gleich oder ähnlich erscheinen und
geltend gemacht werden.
Der gedanke in zwei graphiken wiederholt:
graphik: 009 f
graphik: 009 g

.
Mit dem bild: 006, wird
demonstriert, wie das individuum als ich: A, und sein genosse: B, über
die bande argumentieren können, wenn sie ihre interessen durchsetzen
wollen. Ihr reales interesse, pars pro toto die entscheidung über das
ding der welt: n, als das kunstwerk: n, (oder auch nicht), ist verortet
in dem moment: interesse,
graphik: 010

.
Das ding der welt: n, markiert
als interesse im horizont einer ideologie, ist nicht das kunstwerk: n,
sondern es ist ein anderes weltding, nämlich das weltding: m, das,
identisch mit sich, das interesse des individuums als ich: A, oder des
genossen: B, markiert, interessen, die weder identisch fallen können,
noch sind diese weltdinge unter dem gleichmachenden terminus:
interesse, notwendig gleich oder ähnlich.
Der gedanke in drei graphiken wiederholt:
graphik: 011

.
graphik: 011a (die perspektive des individuums als
ich: A)

.
graphik: 011b (die perspektive
des genossen: B)

.
Es ist das interesse, das,
gesetzt vom individuum als ich: A, in seiner relation, immer ein
anderes interesse ist als das interesse, das der genosse: B, mit seiner
relation setzen kann. Das ist auch dann der fall, wenn der genosse: B,
und das individuum als ich: A, jeder für sich, sich einig sind über
ihre interessen, fixiert als vertrag. Im horizont dieser differenten
interessen, für sich legitim sowohl für das individuum als ich: A, als
auch für den genossen: B, argumentieren beide, jeder für sich, über
kreuz, als ob sie, das schema des trialektischen modus ausbeutend,
einerseits auf derselben argumentebene agieren, um andererseits, auf
einer anderen argumentebene agierend, ihre relationen setzen, die zu
jeder anderen relation, als gleich erscheinend, eine andere relation
sind.
Mit dieser differenz sind die
gründe gesetzt, die entweder einen dissens markieren, der händelbar
ist, oder einen streit anzeigen, der mit anderen, neuen argumenten
geführt werden muss. Die frage, ob das ding der welt: n, das kunstwerk:
n, ist oder nicht, ist auf der argumentebene der ästhetik nicht
entscheidbar, solange das ästhetische urteil als differentia specifica
ungeklärt im streit steht. In meiner perspektive der weltdinge kann Ich
zwar erklären, verbindlich für mich, warum die benannten objekte mit
dem motiv: Mona Lisa, ein kunstwerk sind oder nicht, aber meine
klärende antwort kann den genossen nicht binden, der in der streitfrage
eine andere antwort geltend macht, so den streit schwebend haltend, der
in einem neuen diskurs wieder aufgenommen wird.
3.
schluss
-
3.1 wenn der
streit um das bestimmte kunstwerk: n,
nicht mit den kategorien der ästhetik entscheidbar ist, dann ist es
notwendig, die argumentebene: ästhetik, mit der argumentebene: ethik,
zu verknüpfen. In der verknüpfung der beiden argumentebenen ist die
perspektive auf die ausgangsfrage: kunst oder nicht?, mit der
perspektive der ethik erweitert. Im fokus der ethik stehen die
möglichkeiten einer streitentscheidung, aber das, was einerseits eine
auflösung des problems der streitentscheidung zu sein scheint, das ist
andererseits in der analyse und in der synthetisierenden reflexion nur
die verlagerung der kontroverse auf die andere argumentebene, mit der
der streit nicht gelöst werden kann, weil im neuen diskurs eine antwort
nötig ist auf die frage, wie der streit um die frage, was kunst sei
oder nicht, gehändelt werden kann. Prima vista ist die neue frage eine
wiederholung der frage nach der struktur, in der das individuum als
ich: A, und sein genosse: B, die streitfrage: ist das (noch) kunst?,
erörtert haben, secunda vista aber ist mit der neuen frage eine andere
situation geschaffen, die in der struktur zwar ähnlich oder gleich zu
sein scheint, in der aber ein anderes objekt im fokus des diskurses
steht. Das ding der welt, also die entscheidung, ob das kunstwerk: n,
ein kunstwerk ist oder nicht, ist ausgewechselt gegen das ding der
welt: m,
graphik: 011

,
das nach den interessen fragt,
die in einer möglichen streitentscheidung ausgemittelt werden sollen.
Das individuum als ich: A, und
sein genosse: B, sind geteilter meinung, ob die objekte mit dem motiv:
Mona Lisa, gegenstand ihrer interessen, ein kunstwerk sind oder nicht.
Sie streiten darüber, ob ihr ästhetisches urteil tauglich und damit
wirksam ist, den streit zu entscheiden. Die bedingung des streitens ist
also der dissens über das streitentscheidende ästhetische urteil.
Der genosse: B, und das
individuum als ich: A, sind mit dem problem konfrontiert, ihr interesse
an dem ästhetischen urteil des je anderen so miteinander zu verknüpfen,
dass sie einen modus vivendi schaffen, in dem ihre gegensätzlichen
ästhetischen urteile, jedes urteil für sich, bestand haben, mit der
wirkung, dass sie, jeder für sich, in einer win/win-situation einen
kompromiss schaffen, auf dessen fundament die streitfrage: kunst oder
nicht? für beide in gleicher weise händelbar ist. Für den notwendigen
kompromiss ist die frage nach dem kunstwerk: n, nur noch der
begrenzende horizont, in dem beide, das individuum als ich: A, und sein
genosse: B, ihre divergierenden interessen gegeneinander/miteinander
austarieren. Das setzt ein verfahren voraus, in dem der je andere zwar
als ein gegner erkannt ist, aber nicht als ein feind angesehen
wird
(27). Das fundament des verfahrens ist das
prinzip: anerkennung des
anderen als der_andere,
(28).
3.2 die
bedingung für das prinzip: adaad_a, ist das
postulat der autonomie des ich. Das individuum als ich: A, und sein
genosse: B, das ich seiend, entscheiden autonom mit absoluter bindung
an das entschiedene, ob das moment: a, gelten soll oder das moment: b,
– tertium non datur. Als individuen der natur, fähig, sich selbst als
das ich zu bestimmen, sind, nicht identisch fallend, das individuum als
ich und sein genosse gleich. Wenn das individuum als ich: A, das ich
sein will, das es ist, dann muss es seinen genossen: B, als den
anerkennen, was es selbst ist, nämlich das ich. Diese anerkennung kann
das individuum als ich: A, nur ad personam leisten; nicht anders der
genosse: B, der, das ich seiend, ad personam das individuum als ich
anerkennt als das ich, das der genosse selbst ist, nämlich das ich.
Diese relation zwischen dem individuum als ich und dem genossen wird im
relationalen argument mit der wechselseitigen relation:
individuum_als_ich:_A<==>genosse:_B, gefasst. Im horizont dieser
wechselseitigen beziehung händeln der genosse: B, und das individuum
als ich: A, ihre differenten ästhetischen urteile über die objekte, die
im motiv: Mona Lisa, miteinander verknüpft sind. Das individuum als
ich: A, begreift sein ästhetisches urteil, die relation:
individuum_als_ich:_A<==|==>ästhetische_urteil(=A), im horizont
des ästhetischen urteils(=B), das der genosse: B, mit seiner relation:
genosse:_B<==|==>ästhetische_urteil(=B), gefasst hat im horizont
des ästhetischen urteils des individuum als ich: A. Immer hat das
ästhetische urteil des je anderen die funktion des ausgeschlossenen
dritten moments, das das bestimmende moment der relationen ist, nämlich
der relation: individuum_als_ich:_A<==|==>ästhetische_urteil(=A),
und die relation: genosse:_B<==|==>ästhetische_urteil(=B), ohne
ein element(=moment) der je anderen relation zu sein. In dieser
perspektive ist jedes urteil über die objekte zweideutig, vermittelt im
motiv: Mona Lisa, abhängig von den perspektiven, die das individuum als
ich: A, und sein genosse: B, einnehmen wollen.
Wenn das individuum als ich: A,
und sein genosse: B, im anerkennen des je anderen als der_andere
konsentieren, dann ist es möglich, den realen streit über die objekte
mit dem motiv: Mona Lisa, in einem kompromiss aufzulösen, der die
wechselseitige anerkennung der gegensätzlichen positionen zur bedingung
hat.
3.3 das, was
in der theorie des relationalen
arguments als eine "elegante" auflösung eines nicht auflösbaren
problems erscheint, nämlich die frage, was nun das wahre kunstwerk sei,
das ist als streitfrage in der pragmatik weiter umstritten, auch dann,
wenn alle, die es bestrifft, ein interesse daran haben, den streit
aufzulösen in einer befriedung der gegensätzlichen interessen, pars pro
toto in einer koexistenz der gegensätzlichen meinungen. Das problem der
befriedung gegensätzlicher interessen ist in der praxis dann händelbar,
wenn alle, die es betrifft, das interesse haben, den streit ohne
gewalt
(29) auszufechten, möglich als spiel, in
dem die gegensätzliche
meinungen gelebt werden, ohne den je anderen vernichten zu
wollen.